DER WERT DES WESENTLICHEN ODER DIE KUNST, PRIORITÄTEN ZU SETZEN

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Wer kennt sie nicht… Sätze wie »Ach, ich würde so gern, aber ich habe keine Zeit.« oder»Hätte ich mehr Zeit, würde ich…«
Es fühlt sich oft so an, als gäbe es viel mehr Möglichkeiten als verfügbare Stunden. Heutzutage ist unsere Zeit das kostbarste Gut. Es wird jeden Tag von uns verlangt, neue Strategien zu entwickeln, um bei dem rasanten Tempo unseres gesellschaftlichen Lebens mithalten können. Wir hetzen durch unseren Alltag. Always on the run… Wir schauen nicht nach links oder rechts und schon gar nicht nach innen, sondern sehen nur das, was man uns von außen vorgibt. Wir haben ständig Angst etwas zu verpassen, dabei haben wir unsere Zeiteinteilung eigentlich selbst in der Hand. Die Entscheidung, was wir mit unserer Zeit anfangen möchten, beinhaltet deshalb auch Verzicht. Genau das fällt vielen so schwer. Zeit ist ein wertvolles Geschenk, aber sie schränkt uns auch ein. Wir alle wollen immer mehr. Mehr Dinge erleben, mehr Informationen verarbeiten, mehr von anderen bekommen, mehr Erfolg, mehr Geld, mehr Klamotten und immer mehr von Dingen, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Denn ein Geheimnis von Lebenszufriedenheit lautet: lieber wenig intensiv erleben als vieles flüchtig abzuhaken.

Was bedeutet es Prioritäten zu setzen?

Prioritäten zu setzen bedeutet gewisse Personen oder Beziehungen, bestimmte Lebensbereiche, Vorhaben oder Pläne, Aufgaben oder Projekte – sowohl im Beruflichen als auch im Privaten – an erste Stelle zu setzen. Das heißt, deine Zeit / deine finanziellen Mittel / deine Energie immer erst in das zu investieren, was dir persönlich wirklich wichtig ist, bevor du dich um anderes kümmerst, das auch noch zu erleben oder zu erledigen ist.
Eigentlich ist es ganz einfach: Entscheidest du dich bewusst für das eine und bewusst gegen das andere, wird Ruhe und Klarheit in deinen Alltag einkehren. Step by Step. Ich glaube, das wichtigste Wort in diesem Zusammenhang ist FOKUS. Wenn du fokussiert bleibst, schaffst du Strukturen, an denen du dich orientieren kannst.
Prioritäten zu setzen kann auch bedeuten, auf etwas BEWUSST zu verzichten bzw. es nicht unbedingt haben zu müssen. Seien es nun schnelllebige Modetrends, die neuesten technischen Spielereien, unnötige Updates, usw. Du sparst nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Kraft, wenn du dich von vielen dieser vermeintlichen Must-haves freimachst. Denn ständiger Zeitdruck ist oft gar kein Zeit-, sondern ein Prioritätenproblem. Wir tun etwas anderes, als wir tun wollen oder sollten. Wir lassen uns ablenken. Ständig. Und überall. Wir sind es heutzutage gewohnt, uns von ablenkenden optischen und akustischen Reizen oder von inneren Impulsen ständig unterbrechen zu lassen. Deshalb erscheint es wie eine echte Herausforderung, Aufgaben konsequent und konzentriert zu erledigen, ohne dabei gedanklich immer wieder abzuschweifen. Solche Gewohnheiten sind nicht nur nervig, sondern kosten vor allem eines: Zeit. Wenn du dieses gelernte Verhaltensmuster auf Dauer verändern willst, brauchst du ein wenig Geduld und Ausdauer, aber auch unser Zeiterleben ist wandelbar. Die Verhaltenspsychologie sagt, dass es etwa 6 Wochen dauert, um ein altes Verhalten abzulegen und sich ein neues anzugewöhnen. Diese Zeitspanne ist doch überschaubar. Schon bald wirst du merken, wie konzentriert du beim Arbeiten bist und wie schnell du dadurch deine Ziele erreichst. So wird es dir mit der Zeit immer leichter fallen Unterbrechungen von außen abzuwehren.

Deshalb mein Tipp: Konzentrier dich auf die Dinge und Angebote, die für dich nützlich sind und deinem Leben einen Mehrwert geben. Es ist eigentlich so einfach: Schieb das Wichtige nach vorn und das Unwichtige nach hinten. Das Ziel ist, von gefüllten Tagen zu erfüllten Tagen zu kommen und dass wir unser Leben nach unseren eigenen Interessen und Vorteilen ausrichten – nicht nach denen anderer. Übe dich in Gelassenheit und Zuversicht. Wenn du dir all die positiven Auswirkungen eines selbstbestimmten Lebens ausmalst, wird es dir leichter fallen, deinen »Prioritäten-Plan« konsequent zu verfolgen.

Was ist wirklich wichtig?

Das, was uns wichtig ist, gründet auf unseren individuellen Werten, Vorlieben und Abneigungen. Wir entscheiden nach unserem »inneren Wertesystem«, welchen Wünschen und Vorhaben wir Priorität einräumen. Das, was die größten positiven Auswirkungen auf unser alltägliches Leben, auf unsere Karriere, auf unser Zusammenleben mit anderen und auf unsere persönliche Lebensgestaltung hat, fühlt sich wesentlich an. Da unsere Zeit, unsere Energie und unsere Aufmerksamkeit nun mal begrenzt sind, müssen wir sie als kostbare Ressourcen behandeln und geschickt nutzen.

 

»To succeed in life, you need 2 things: ignorance & confidence.« – Mark Twain

 

Wie setze ich Prioritäten?

Wir handeln nicht mehr selbstbestimmt, wenn wir uns andauernd den Interessen anderer unterordnen oder wir uns von lauter angeblich dringenden Sachzwängen unsere Tagesstruktur vorgeben lassen. Nehmen diese einen zu großen Teil in unserem Alltag ein, fühlen wir uns gehetzt, gestresst und fremdbestimmt. Wir jagen von einer Pflicht zur nächsten, springen von Reiz zu Reiz.
Woran erkenne ich solche kräftezehrenden Dinge? Sie erfüllen folgende Kriterien: sie sind anderen wichtig, sie müssen erledigt werden, ohne dass wir Einfluss darauf haben und wir müssen mit negativen Konsequenzen rechnen, wenn wir ihnen nicht nachgehen.
Um Ordnung im Kopf zu schaffen, müssen wir das Chaos an Anforderungen (von außen) in klare Zielsetzungen (nach innen) verwandeln. Das geht am besten, wenn du eine Prioritäten-Liste erstellst, die die Dinge nach Wichtigkeit ordnet. Dabei kannst du z.B. folgende Überbegriffe verwenden: Sofort. Heute. Diese Woche. Langfristig.

Dafür ist es notwendig herauszufinden, was für dich – kurzfristig und langfristig gesehen – einen hohen Stellenwert im Leben hat. Frag dich:
→ Was will ich wirklich?
→ Welche beruflichen, privaten oder persönlichen Vorhaben haben in nächster Zeit Vorrang?
→ Was macht mir Freude?
→ Was motiviert mich oder erfüllt mich mit Leidenschaft?

Und um das zu erweitern, schau doch mal in die Zukunft, vielleicht 25 Jahre weiter:
→ Wie alt bist du dann?
→ Wo stehst du dann im Leben?
→ Was möchtest du bis dahin erreicht haben?
→ Was wäre dir (weniger) wichtig, wenn du an deine Familie / deinen Partner / deine Freunde / deine Arbeit / deine Gesundheit oder deine Freizeit denkst?

Deine Lebenszufriedenheit wird sich an folgenden Punkten messen lassen…
→ welche Pläne du verwirklicht und wieviel du später erreicht hast, von dem, was du dir vorgenommen hast
→ welchen Träumen du gefolgt bist
→ ob du dir selbst treu geblieben bist und dein Leben nach deinen persönlichen Werten gelebt hast
→ wieviel du dich getraut hast
→ ob du bei der Umsetzung deiner Träume glücklich warst

Abschließend möchte ich dir sagen: Fang noch heute damit an, Prioritäten zu setzen. Tu’s für dich und dein Leben. Verändere ab und an die Perspektive. Nur du kannst die Wahl treffen, zwischen wichtig und weniger wichtig. Es ist dein gutes Recht in gewissen Situationen auch mal Nein! zu sagen, um in anderen Momenten dafür umso lauter JA! JA JA! zu rufen. Erinnere dich jeden Tag an deine Prioritätenliste und finde heraus, was für dich vom Mond aus betrachtet immer noch eine Rolle spielt. 🙂

 

 

tellyventure

Ich bin tellyventure, ein inspirierender Lifestyle-Blog mit Herz und Verstand. Ich schreibe über wilde Abenteuer, täglich praktizierte Achtsamkeit, eine positive Lebensgestaltung, den Zeitgeist unserer Generation und interessante Menschen – also über die schönen und wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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2 Comments

  • Steffi
    30. Juli 2016 at 17:57

    Was für ein toller Bericht! Passt gerade genau zu meinem Alltag, in dem ich auch immer mal wieder im „Zeitmangel“ unterzugehen drohe. Habe aber wieder mal groß ausgemistet und es wird langsam 🙂 Ist natürlich immer gerade bei den vielen Sachen so schwierig, die man gerne tun würde, die aber nicht wirklich wichtig sind…

  • tellyventure
    tellyventure
    31. Juli 2016 at 11:50

    Liebe Steffi, ich freu mich sehr über deinen lieben Kommentar. Ich kenne das gut. Vor allem, wenn man unter der Woche viel arbeitet, bleibt wenig Zeit für die „schönen Dinge im Leben“. Leider. Trotzdem sollte man immer irgendwie ein paar kleine Ruhepausen in den Alltag einbauen. 🙂 Ich finde auch, dass man einen besseren Überblick hat, wenn man regelmäßig ausmistet – auch im Kopf. haha

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