Einfach mal sich selbst mögen. Könnte ja funktionieren.

Stell dir vor, wir würden uns selbst so sehr lieben, wie wir andere lieben! Für das, was sie sind. Mit oder trotz ihrer Macken und Fehler. Völlig losgelöst von ihren körperlichen und seelischen Unperfektheiten, ihren Narben und ihren tiefen Wunden, die das Leben auf ihren Körpern und Seelen hinterlassen hat. Wir lieben sie mit allem, was dazu gehört; mit ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft. Wir unterstützen sie, beraten sie, achten auf sie, helfen ihnen und vergessen uns allzu oft dabei. Wir begleiten diese Menschen, die unser Leben mit Substanz füllen und schenken ihnen einen Großteil unseres wertvollsten Guts – unsere Zeit.

Wir lieben…

· unsere Eltern (bedingungslos)
· unseren Partner / unsere Partnerin (bis zum Mond & zurück)
· unsere 1. große Liebe (4ever & ever)
· unsere beste Freundin / unseren besten Freund (ohne wenn und aber)
· unsere Geschwister (manchmal mehr, manchmal weniger und doch unumstößlich)
· unsere Affäre (heiß & innig)
· und noch andere, mit denen wir vieles geteilt haben (weil die Erinnerungen uns verbinden).

Wir schenken anderen eine grenzenlose Liebe, die selten an irgendwelche Bedingungen geknüpft ist. Kein Verhandeln („Nur wenn du mir dies gibst, gebe ich dir jenes“), keine festen Regeln, keine Grenzen. Und wenn wir einander besser kennen, gibt es immer weniger Brücken, die gebaut oder Türen, die eingetreten werden müssen. Dabei geben wir so vieles arglos aus der Hand: Unsere Wünsche und Ziele und manchmal sogar die Zügel, die die Richtung unseres Lebens bestimmen. Wir vermachen anderen eine enorme Entscheidungsgewalt, ohne dass sie mit dieser neugewonnenen Macht über uns gut damit umgehen. Wir lassen uns breitwillig von anderen das Herz aus der Brust reißen, lassen uns belügen & betrügen und reißen Mauern ein, die wir jahrelang sorgsam aufgebaut haben, um uns zu schützen. Selbst dann sehen wir noch die aberwitzigsten Beweggründe für ein so scheußliches Verhalten.

Sobald uns ein bisschen Liebe versprochen wird, vergessen wir uns selbst. Unseren eigentlichen Wert, unsere sorgfältig festgesteckten Grenzen und geben uns in andere Hände. Nur um das Bild, das wir von uns selbst haben, von anderen neu zeichnen zu lassen. Viele von uns sind so konditioniert. Wir gieren danach – ob nun bewusst oder unbewusst – von anderen gemocht/geliebt/bewundert/verehrt/… zu werden. In den sozialen Netzwerken definieren wir unsere Beliebtheit (und unseren Selbstwert) nur noch über seelenlose Likes von völlig fremden Followern. Es geht nur noch darum, wer mehr von dieser virtuellen Währung hat. Egal was er dafür tun muss, Hauptsache mehr.

Manchmal frage ich mich, warum können wir andere bedingungslos lieben, nur uns selbst nicht? Warum nehmen wir bei anderen so viel Rücksicht, nur uns selbst können wir nicht verzeihen? Warum verzeihen wir anderen viel eher und kreiden uns selbst jeden kleinen Fehler an? Warum geben wir anderen die klügsten Ratschläge, haben aber gleichzeitig so wenig Verständnis für unsere persönlichen Unvollkommenheiten?
Es gibt kaum etwas, was wir denen, die wir lieben, nicht verzeihen würden. Denn wie heißt es so schön? Wir wissen ja, wie sie wirklich sind. Wir glauben zu wissen, wer sich hinter der Maske des Alltags verbirgt – und irren uns dann doch.
Mit uns selbst dagegen gehen wir viel härter ins Gericht, haben viel weniger Geduld und gleichzeitig viel höhere Ansprüche. Bei anderen akzeptieren wir ein Nein; nur bei uns selbst warten wir so lange, bis unser Körper irgendwann streikt, weil seine Signale zu lange ignoriert wurden. Wer kümmert sich denn dann um dich, wenn du zu beschäftigt bist, dich um andere zu kümmern? Wer schenkt dir Aufmerksamkeit, wenn gerade niemand anderes die Hauptrolle in deinem Leben spielt als du selbst?

Nur mal angenommen…
Wenn wir also beginnen würden, uns selbst so zu sehen, wie andere uns sehen und uns so zu lieben, wie wir andere lieben… wir wären unbesiegbar! Es gäbe nichts auf dieser Welt, das uns klein halten und schwächen könnte. Nichts, das das starke, freundschaftliche Band von Herz & Seele durchtrennen könnte. Nichts von außen, das unseren inneren Frieden zerstören oder uns durcheinander bringen könnte. Stattdessen würde unser Inneres erblühen, weil es von Liebe, Aufmerksamkeit, Hoffnung, Lebensfreude, Mut und Zuversicht genährt werden würde. Es gibt nämlich jemanden, der dir all‘ das geben kann – ein Leben lang: Und das bist DU!

 

EXPLORE. CREATE. INSPIRE.
Deine tellyventure ♡

tellyventure

Ich bin tellyventure, ein inspirierender Lifestyle-Blog mit Herz und Verstand. Ich schreibe über wilde Abenteuer, täglich praktizierte Achtsamkeit, eine positive Lebensgestaltung, den Zeitgeist unserer Generation und interessante Menschen – also über die schönen und wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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2 Comments

  • Fräulein Freud
    11. Dezember 2017 at 14:29

    ein schöner text!

  • tellyventure
    tellyventure
    13. Dezember 2017 at 10:19

    Dankeschön! 🙂

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