Gastbeitrag | Wie du Achtsamkeit in dein Leben integrierst, auch wenn du nicht spirituell bist.

Diesen Blogbeitrag hat die wunderbare Chrissi von zentreasures exklusiv für alle tellyventure-Leser verfasst. Darin teilt sie nicht nur ihr Wissen mit uns, sondern zeigt uns auch, wie wir das Thema Achtsamkeit ganz einfach und ungezwungen in unseren Alltag integrieren können.

Ein neues Jahr. Die Zeit, in der wir unsere Gewohnheiten umkrempeln wollen, gesünder leben und positives Denken lernen möchten. Viele von uns stoßen auf der Suche nach Tipps zu Veränderung auf den Begriff „Achtsamkeit“. Und die Ergebnisse klingen fantastisch: Wer Achtsamkeit in sein Leben integriert, regt seine Kreativität an, wird offener und schenkt sich einen klaren Geist. Außerdem ist sie gut für die Gesundheit. Doch wenn es dir so geht wie mir damals, wird Achtsamkeit dich erstmal abschrecken, weil sie meist von sehr spirituellen Menschen gelebt wird. Hat man selbst mit Spiritualität nichts am Hut, verfliegt das Interesse an einem achtsameren Leben, schneller wieder, als die Neujahrsvorsätze am 3. Januar.
Kann man überhaupt Achtsamkeit praktizieren, wenn man eigentlich so gar nicht spirituell ist?
Ja. Und zwar ohne Yoga-Kopfstand, Auszeiten im Schweige-Kloster oder einer minimalistischen Lebensweise. Wie das geht, zeige ich dir jetzt.

1. Lass alte Glaubenssätze los

First things first: Du musst nicht spirituell sein, um Achtsamkeit in dein Leben zu integrieren. Klar, ein gewisses Maß an Offenheit sollte vorhanden sein. Aber wenn du immer denkst „Wenn ich achtsam leben will, muss ich mich ja mit diesem Esoterik-Kram beschäftigen…“ versagst du dir von vorne herein die Möglichkeit, dich mehr mit dem Thema Achtsamkeit zu befassen. Und damit entgeht dir was! Mache dir deshalb dein Warum wieder bewusst!

  • Warum willst du Achtsamkeit praktizieren? Für wen? (Spoiler: Die Antwort hier sollte lauten „für mich selbst“!)
  • Was erhoffst du dir davon?

Erst, wenn du deine Gründe kennst, kannst du dich positiv verändern. Und genau dieses „Mit sich selbst auseinandersetzen“ ist schon Teil einer achtsamen Lebensweise.

2. Finde deinen Achtsamkeits-Ort / Kraftort

Ich dachte immer „Achtsamkeit… das kriege ich nicht hin.“ Aber Achtsamkeit ist immer da. Sie steckt im jedem von uns. Du musst nur anfangen, dich dafür zu interessieren und offen zu werden. Am besten gelingt das an einem Achtsamkeits-Ort – oder Kraftort, aber das klingt schon wieder so spirituell. ^^

Jeder von uns kann so einen Ort finden. Überlege:

  • Wo fühlst du dich so richtig entspannt? Angekommen?
  • Wo kannst du am besten abschalten? 
  • Welcher Ort bringt dich immer wieder zum Staunen?

Bei mir ist das die Natur; genauer die Berge. Schon immer fühlte ich mich dort besonders. Frei. Stark. Auf einem Gipfel zu stehen zeigt, wie klein wir eigentlich sind. Was nicht bedeutet, dass man sich klein fühlen muss – im Gegenteil. So wie Leonardo DiCaprio fühle ich mich immer wie der „König der Welt„. Ich kann Probleme loslassen, tanke neue Kraft und schöpfe Inspiration. Wo ist dein Achtsamkeits-Ort?

3. Nimm deinen Alltag achtsamer wahr

Hast du schonmal ein Glas Wasser achtsam getrunken? Ich trinke jeden Morgen nach dem Aufstehen ein Glas Wasser. Das ist einerseits gesund, denn während wir schlafen, nehmen wir 7, 8, 9 Stunden keine Flüssigkeiten auf. Dein Körper freut sich, wenn er morgens von dir versorgt wird. Ich trinke also jeden Morgen Wasser. Üblicherweise schütte ich es einfach in mich hinein – je schneller das Glas leer ist, desto schneller kann ich mit meinem Tag weitermachen. Das ist nicht achtsam. Gesund vermutlich auch nicht. Bewusst wurde es mir, als ich an einem Freitagmorgen vor ein paar Monaten zu früh dran war. Ich trank mein Glas Wasser, aber – langsam. Achtsam. Schluck für Schluck. Spürte, wie das Wasser meine Zunge kühlte, wie es schmeckte und schließlich durch meine Speiseröhre floss. Kannst du dir vorstellen, wie verdattert ich nach dieser Aktion war? Und wir reden hier von einem Glas Wasser. Damals habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, wie es ist, wenn man seinen Alltag bewusst und achtsam wahrnimmt.Genau das möchte ich dir ans Herz legen: Gehe deinen Alltag mit Achtsamkeit und Bewusstheit an.

Hier ein paar Ideen:
3 kleine Achtsamkeitsübungen, die du in deinen (Arbeits-)Alltag integrieren kannst:

– Atme Achtsamkeit: Achtsamkeit lässt sich in die kleinsten, banalsten Situationen einbauen. Und was ist natürlicher als Atmen? Denke beim Einatmen „Ein“ und „Aus“ beim Ausatmen. Nicht mehr, nicht weniger. Alternativ kannst du während den Atemzügen gedanklich bis vier zählen.  Dieses bewusste, achtsame Atmen beruhigt und hilft dir, dich wieder zu fokussieren.

– Geh‘ achtsam spazieren: Eine Freundin von mir geht mehrmals die Woche spazieren. Sie nennt es „reisen“, denn sie geht oft neue Wege und achtet aufmerksam auf ihre Umgebung. Das kann ich dir nur empfehlen. Vielleicht kannst du in deiner Mittagspause rausgehen oder du machst deine nächste Gassirunde zu so einer Entdeckungsreise?

Schau dich genauer um und achte auf Geräusche, Gerüche, Pflanzen, Geschäfte oder Plakate um dich herum. Ich selbst habe diesen Tipp lange nicht annehmen wollen, weil ich immer mit Musik im Ohr unterwegs war, um möglichst wenig von meiner Umgebung mitzubekommen. Aber es funktioniert. Und du wirst überrascht sein, was du alles entdeckst!

“Walk as if you are kissing the Earth with your feet.”
– Thich Nhat Hanh

Führe ein Dankbarkeitsjournal: Achtsamkeit geht Hand in Hand mit Dankbarkeit. Festzuhalten, wofür man dankbar ist, macht sofort happy und steigert langfristig das eigene Selbstbewusstsein. Probiere doch mal eine Woche lang, jeden Abend 3 Dinge aufzuschreiben, für die du am Tag dankbar warst!

Brauchst du Anreize? Tellyventure hat hier 44 Dinge aufgeschrieben, für die wir dankbar sein können.

4. Hör auf zu multitasken

Vor ein paar Jahren als DAS Produktivitäts-Tool angepriesen: Multitasking. Mehrere Dinge gleichzeitig tun und während dem Frühstück Zeitung lesen, im Hintergrund das Morgenfernsehen hören, und Siri nebenbei zum Wetterbericht befragen. Heute wissen wir, dass Multitasking keinesfalls zeitsparend ist. Viel zu leicht verzettelt man sich, vergisst etwas – oder baut sich immensen Druck auf, um ja alles zu schaffen. Das Ergebnis? Dauerstress. Achtsamkeit und Multitasking vertragen sich nicht. Denn achtsam sein bedeutet, sich bewusst nur auf eine Sache zu konzentrieren. Auf dein Frühstück ODER die Zeitung. Auf den Fernseher oder das Smartphone. Wenn du also das nächste Mal merkst, dass du im Multitasking versinkst, sage dir bewusst „Stopp!“. Hör kurz mit allem auf und atme durch. Überlege, was am dringendsten zu erledigen ist oder dir am wichtigsten ist. Auf genau das konzentrierst du dich dann.
Auch ich ertappe mich noch oft dabei, mehrere Dinge gleichzeitig zu jonglieren. Mir helfen in der Arbeit ganz einfache To-Do-Listen, um meine Prioritäten zu sortieren. Zuhause achte ich z.B. darauf, das Handy beim Essen nicht in Reichweite zu haben und den TV auszulassen. Das ist nicht immer leicht, aber mit der Zeit wirst du dein Multitasking reduzieren können. Dazu bedarf es keiner Spiritualität, sondern rein dem Wunsch, etwas verändern zu wollen.

5. Alles kann, nichts muss

Ich habe das Gefühl, dieser Gedanke wird bei all den „How to be mindfull“-Beiträgen in der Blogwelt gerne übersehen: Alles kann, nichts muss. Auch in Sachen Achtsamkeit. Du bist kein schlechter Mensch, wenn du dich nicht für Spiritualität interessierst. Oder wenn du zwar versucht hast, zu meditieren, dich aber nicht damit anfreunden kannst. Das ist völlig in Ordnung.
Hast du heute in dein Dankbarkeitsjournal geschrieben? Klasse, mach weiter so!
Schaffst du es, fünf Minuten am Tag zu meditieren? Glückwunsch, das ist toll!
Gehst du 1x pro Woche in den Yoga Kurs? Super! Genieß es!
Wie bei jeder Veränderung ist ein winzig kleiner Schritt besser als gar keinerSeit ich Achtsamkeit in mein Leben integriert habe, habe ich mich positiv verändert. Ich fühle mich glücklicher, weiß, was ich will und gehe offener durch die Welt.

Ich hoffe, mit diesem Beitrag konnte ich eventuelle Vorteile gegenüber Achtsamkeit ausräumen und dich inspirieren, diese wunderbare Lebensweise auszuprobieren!
Erzähl gerne in den Kommentaren, ob du schon achtsam lebst oder es vorhast!

tellyventure

Ich bin tellyventure, ein inspirierender Lifestyle-Blog mit Herz und Verstand. Ich schreibe über wilde Abenteuer, täglich praktizierte Achtsamkeit, eine positive Lebensgestaltung, den Zeitgeist unserer Generation und interessante Menschen – also über die schönen und wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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