„INTO THE WILD“ – ÜBER EINEN ABENTEURER, DER LOSZOG UND SEIN GLÜCK IN DER WILDNIS FAND

Niemand nimmt sich mehr Zeit, der zu werden, der er ist

Christopher McCandless ist ein junger Mann aus Virginia, der sich nach seinem College-Abschluss zu Fuß und völlig mittellos auf den Weg nach Alaska macht, um in der Wildnis den Sinn des Lebens zu finden. Er ist hoch intelligent, neugierig und charismatisch. Er packt die Dinge an, ist ein Macher. Und ein Sturkopf. Er ist ein „Ewig-Suchender“, geht den Dingen auf den Grund, ist introvertiert, unabhängig und gern allein mit sich selbst. Von seinen gutbürgerlichen, oberflächlichen Eltern fühlt er sich unverstanden und lehnt ihre Lebensweise ab. Sein Innenleben verbirgt er vor anderen und flüchtet sich in seine Bücher. Er schließt viel lieber Freundschaften mit fiktiven Charakteren aus der Weltliteratur, liebt die Musik und ist der Überzeugung, dass ihn nur das Lossagen von materiellen Dingen und gesellschaftlichen Strukturen der universellen Wahrheit näher bringen kann.

Christopher McCandless

Schließlich begibt er sich auf eine jahrelange Abenteuer-Reise durch die USA, dessen Endstation Alaska ist. Vier Monate lang lebt er dort in einem alten Bus, den er zuvor verlassen aufgefunden hat. Er ist für diese Zeit völlig isoliert und umgeben von einer reinen, erbarmungslosen Natur. Er lebt als Aussteiger; er jagt, sammelt Beeren, schlägt sich durch und schreibt dabei all‘ seine Gedanken und Erfahrungen unter dem Namen Alexander Supertramp auf. Letztendlich stirbt er im August 1992 allein und kräftelos an Unterernährung und einer vorangegangenen Vergiftung. Obwohl er sein Ende kommen sieht, ist er bereits zu geschwächt, um sich über den reißenden Fluss zu retten, der ihm den Weg abschneidet.
Christopher MacCandless hat seinen Traum gelebt, ist ihm bis nach Alaska gefolgt und weiter, bis in den Tod.

Obwohl Christopher McCandless im Nachhinein von einigen Menschen (speziell aus Alaska) für sein unvorbereitetes Vorgehen, für seine trotzige Verweigerung von technischen Hilfsmitteln und für seinen unvorsichtigen Leichtsinn kritisiert wurde; so schenkt euch dieser Film wunderschöne Naturaufnahmen, tiefgründige Gedanken über Freiheit und Außenseitertum und das Porträt eines mutigen jungen Mannes, der sein Glück suchte.

into the wild

Sean Penn im Gespräch über Außenseitertum, Wildnis und Freiheit

Falls ihr euch noch intensiver mit diesem Thema beschäftigen wollt, kann ich euch das interessante Interview, das die Zeit mit Sean Penn als Regisseur des Films geführt hat, sehr empfehlen.

Sean Penn auf die Frage, ob er gern mit Chris befreundet gewesen wäre:

„Ich war auf dem Set, wo wir den Bus aufgebaut hatten. Ein Bus wie der, in dem Chris verhungert ist. Wir waren im gottverlassenen Niemandsland. Zwischen den einzelnen Einstellungen bin ich immer wieder an den Rand des Sets gegangen, habe auf die Berge geschaut und nachgedacht oder einfach gepinkelt. Was man eben so macht da draußen in der Wildnis. Eines Tages sah ich eine Art Leuchten über der Ebene. Und als ich wieder zurück am Set war, bemerkte ich aus dem Augenwinkel, dass da jemand neben mir stand. Ich war ziemlich genervt und sah mich nach jemandem um, der den Typ vom Set schmeißen konnte. Dann dachte ich: Moment mal, das Profil kennst du doch?! Aber der Typ war weg. Einfach weg. Na ja, ich würde sagen, Chris ist immer noch da. Er ist da draußen, irgendwo.“

Und nun ein paar inspirierende Filmzitate:

• „Doch sie haben Unrecht, wenn sie denken, die Freude im Leben würde hauptsächlich aus menschlichen Beziehungen erwachsen. Gott hat sie überall um uns angelegt. Sie steckt überall drin, in allen Dingen, die wir fähig sind zu erfahren. Die Menschen müssen nur ihre Sichtweise auf diese Dinge verändern.“

• „Wenn du vergibst, dann liebst du. Und wenn du liebst, scheint das Licht Gottes auf dich.“

• „Das, was vor uns liegt, kann gestaltet werden. Es ist nicht unser unabänderliches Schicksal.“

• „Die einzigen Geschenke des Meeres sind harte Schläge und die gelegentliche Chance sich stark zu fühlen. Nun, ich weiß nicht viel über das Meer, aber ich weiß, wie es hier in den Bergen ist und ich weiß auch, wie wichtig es im Leben ist, nicht unbedingt stark zu sein, sondern sich stark zu fühlen. Sich nur einmal zu messen. Sich zumindest einmal im Urzustand menschlichen Seins zu befinden. Allein dem blinden, tauben Stein gegenüberzustehen mit nichts was einem helfen könnte außer den eigenen Händen und dem eigenem Kopf.“

• „Ich halte Karrieren für eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Da lege ich keinen Wert drauf.“

• „2 Jahre wandert er durch die Welt, kein Telefon, kein Pool, keine Haustiere, keine Zigaretten. Totale Freiheit. Einer, der das Extreme liebt. Ein ästhetischer Reisender, dessen Heimat die Straße ist. Und jetzt nach 2 Jahren des Herumwanderns kommt das Ultimative und größte Abenteuer. Die ultimative Schlacht ist das falsche Wesen im Inneren zu töten und der siegreiche Abschluss der spirituellen Revolution.“
– Alex Supertramp

• „Anstatt Liebe, Berühmtheit oder Geld oder Vertrauen oder Fairness… gebt mir Wahrheit.“

• „Ich habe viel durchgemacht und ich glaube, jetzt habe ich gefunden, was ich zum Glück brauche. Ein stilles zurückgezogenes Leben in unserer ländlichen Einsamkeit und die Möglichkeit, den Menschen Gutes zu tun, den man leicht Gutes tun kann und die so wenig daran gewöhnt sind. Eine Arbeit von der man sich einen Nutzen verspricht. Für immer Ruhe, Natur, Bücher, Musik, die Liebe zu seinen Nächsten. Das ist meine Vorstellung vom Glück. Und zu alldem, nach dich, als meine Lebensgefährtin, vielleicht auch Kinder. Was kann das Herz eines Menschen noch mehr wollen?“

• „Und denk immer dran, wenn du etwas im Leben willst – dann nimm‘ es dir.”

tellyventure

Ich bin tellyventure, ein inspirierender Lifestyle-Blog mit Herz und Verstand. Ich schreibe über wilde Abenteuer, täglich praktizierte Achtsamkeit, eine positive Lebensgestaltung, den Zeitgeist unserer Generation und interessante Menschen – also über die schönen und wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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2 Comments

  • Alice Wunder
    7. Juli 2016 at 18:09

    Fand den Film sehr beeindruckend und habe mich über die Naivität geärgert. an welcher Chris gestorben ist. Vielleicht hätte er sich sowieso irgendwann an einer zu dicken Wand den Schädel eingerannt. Aber vielleicht ist er auch einem Übersetzungsfehler zum Opfer gefallen. Seine Eremitage hatte etwas Biblisches. Aber wenn wir lesen, Jesus ging in die Wüste, dann ist damit angeblich die Steppe gemeint, wo es durchaus Nahrung und hilfsbereite Menschen gibt. Das lebensfeindliche Niemandsland dagegen bezeichneten die Alten wohl als „Einöde“, da wär nicht mal der Gottessohn zum meditieren hingegangen. So sagte uns mal ein Reiseführer, überprüft hab ich’s nicht.

  • tellyventure
    tellyventure
    8. Juli 2016 at 20:49

    Ja, das stimmt, das wird ihm nachgesagt. Aber trotzdem hat der Film wunderschöne Landschaftsaufnahmen und auch ein paar inspirierende Zitate. 🙂

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