People Pleasing: 10 versteckte Hinweise darauf, dass du immer ein bisschen zu nett bist.

Dieser Blogpost geht an alle People Pleaser dieser Welt. Ihr seid einfach zu nett. Zu nett zu allem und jedem, außer zu euch selbst – da seid ihr grausam. Deshalb schreibe ich heute diesen Blogpost – für dich und mich, für uns.

Was ist ein People Pleaser überhaupt? Die allgemeine Definition für people pleasing lautet:

„People-pleasers want everyone around them to be happy and they will do whatever is asked of them to keep it that way. They put everyone else before themselves and for some, saying “yes” is a habit; for others, it’s almost an addiction that makes them feel like they need to be needed. This makes them feel important and like they’re contributing to someone else’s life. People-pleasers yearn for outside validation. Their personal feeling of security and self-confidence is based on getting the approval of others.

Ein People Pleaser gilt als „Jedermanns Freund“ oder wird ein „es allen Recht machen wollender Saboteur seines eigenen Glücks“ genannt. Erkennst du dich darin wieder? Diese 10 Hinweise verraten dir, ob du ein People Pleaser bist:

1. Du kannst nicht Nein sagen.

Du sagst viel zu oft Ja zu Dingen, die du eigentlich nicht magst, nicht unterstützt oder nicht tun möchtest. Lieber täuschst du eine Grippe vor, um zu einem ungewollten Treffen nicht erscheinen zu müssen, als den wahren Grund für deine Absage zu nennen oder das Angebot gleich von vornherein auszuschlagen. Du hast ständig Angst, jemanden zu enttäuschen und sagst deshalb grundsätzlich erstmal Ja. Eine Bitte abzulehnen, kommt nicht in Frage, weil du dich bei ihren enttäuschten Gesichtern sofort schuldig fühlst. Du fürchtest dich davor, die Erwartungen anderer nicht zu erfüllen und stellst dafür lieber deine eigenen Bedürfnisse hinten an. Auch wenn du weißt, dass andere deine Gutmütigkeit (un-)bewusst ausnutzen, tust es trotzdem, aus Pflichtgefühl. Es gibt aber einen großen Unterschied zwischen „jemandem etwas Gutes tun“ und „people pleasing“. Besonders in unserer heutigen, lautstarken Welt musst du lernen für dich selbst einzustehen, weil das sonst niemand für dich tut. Deshalb ist es so wichtig, auch mal guten Gewissens Nein zu sagen. Es ist deine Entscheidung. Du hast die Wahl.

2. Du gibst vor, mit allen einer Meinung zu sein (auch wenn das in Wirklichkeit nicht der Fall ist)

Jemandem aufmerksam und höflich zuzuhören – auch wenn du anderer Meinung bist – ist völlig okay. Aber vorzugeben, derselben Meinung zu sein, nur um gemocht oder akzeptiert zu werden, kann dazu führen, dass du entgegen deiner eigenen Grundwerte handelst und alles aufgibst, wofür du stehst.

3. Du fühlst dich für die Gefühle anderer verantwortlich.

Natürlich ist es wichtig, zu beobachten, wie das eigene Verhalten andere beeinflusst und, wenn nötig, etwas Rücksicht zu nehmen. Aber zu glauben (oder zu hoffen), du allein hättest die Macht (und Kraft) einen anderen Menschen glücklich zu machen, ist ein Problem. Jeder ist für sich selbst verantwortlich und muss sich um sein Wohlbefinden selbst kümmern. Wie sich andere fühlen, liegt nicht in deiner Verantwortung. Das Fatale daran: Damit machst du anderer Leuts Probleme zu deinen eigenen. Vielleicht gefällt es dir ja, von Menschen gebraucht zu werden und dass du dafür bekannt bist, dass sie immer auf dich zählen können. Vielleicht bist du auch stolz darauf, ihre erste Anlaufstelle bei Problemen zu sein und dass du diejenige bist, die „es wieder in Ordnung bringt“. Vielleicht bist du einfach eine gute Freundin/ein guter Freund.
Aber wenn du zuviel Anteil nimmst und zu emphatisch bist, dann leidest du darunter und lädst dir selbst zuviel Gewicht auf deine Schultern. People Pleaser geben die Kontrolle an andere ab. Nicht selten fühlen sie sich dabei hilflos und missverstanden. Aufgrund dieser wachsenden Ohnmacht, schüren sie einen zerstörerischen Selbsthass, der sich im Körper immer weiter ausbreitet und irgendwann Besitz von ihnen ergreift. People Pleaser opfern sich für andere auf und investieren beinahe ihre gesamte Energie in deren Leben. Deswegen vergiss‘ eines nicht: Auch du brauchst jemanden, der sich um dich kümmert – und das bist im besten Fall du selbst.

4. Du entschuldigst dich (zu) oft.

Egal, ob du dich selbst dauerhaft schuldig fühlst für die Dinge, die in dieser Welt schiefgehen, oder Angst davor hast, andere könnten dich für ihr eigenes Scheitern verantwortlich machen – dauerhaftes Entschuldigen zeugt von einem größeren, tiefer liegenden Problem, dem du nachgehen solltest. Es muss dir nicht leid tun, du selbst zu sein.

5. Du fühlst dich erdrückt von den Dingen, die du für andere tust.

Natürlich kannst du selbst entscheiden, wie du dir deine (Frei-)Zeit einteilst. Aber als People Pleaser ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein Kalender voll von Verpflichtungen ist, von denen du glaubst, dass andere sie von dir verlangen. Du fühlst dich derartig eingeengt und gelähmt von all diesen „unausgesprochenen Erwartungen“, dass du deine eigenen Erledigungen weit hinten anstellst. Frag‘ dich doch mal ganz ehrlich: Fühlt es sich noch gut an, wenn du etwas für andere tust oder ist es mittlerweile zu einer lästigen Verpflichtung geworden, die als selbstverständlich abgetan wird? Engt es dich ein, was von dir verlangt wird? Hast du Angst, von anderen fallen gelassen zu werden, wenn du aufhörst, ihnen ständig neue Gefallen zu tun? Hast du Angst, sie brauchen dich nicht mehr, wenn du ihnen etwas ausschlägst? Glaubst du, es ihnen nie recht machen zu können?
Lass‘ nicht zu, dass du nur noch das Leben anderer Leute lebst. Nutze deine Zeit für die Dinge, die dich weiterbringen. Lese viel, bilde dich weiter, schreibe dir alles von der Seele, lerne ein Instrument, zeichne, tanze, … was auch immer. Aber fang‘ endlich an, dich aus diesem trostlosen, eindimensionalen Leben, in das du dich selbst einsperrst, zu befreien und lebe!

6. Du verschiebst deine Grenzen für andere.

Du wirst keine engen, authentischen Beziehungen führen, solange du nicht ehrlich sagen kannst, wenn dich etwas verletzt hat. Es vehement zu leugnen, wenn du wütend, traurig oder enttäuscht bist, nimmt einer Beziehung die Tiefe. Auch liebevolle Partnerschaften brauchen klare Grenzen, die eingehalten werden. Verschiebe sie nicht für andere, nur um zu gefallen oder als unkompliziert zu gelten. Deine persönlichen Grenzen haben eine wichtige Funktion: sie schützen das, was für dich von Bedeutung ist und definieren dich als Person. In Stresssituationen, in denen es darum geht, deine Grenzen zu verteidigen, kann es helfen, kurze Mantras zu formulieren, die du im Stillen so oft wiederholst, bis du dich stark genug fühlst.

7. Du bist für Tage oder Wochen am Boden zerstört, wenn dich jemand kritisiert.

Nur weil jemand gerade sauer auf dich ist, heißt es nicht automatisch, dass du wirklich etwas falsch gemacht hast. Es gibt unendlich viele Gründe, warum sich Menschen unangebracht oder unfair verhalten und lieber anderen die Schuld für ihr Versagen geben, weil es soviel einfacher ist. Trotzdem solltest du niemals lieber gegen deine eigenen Werte verstoßen als dem Missfallen eines anderen zu strotzen.

8. Du verhälst dich genauso wie die Menschen um dich herum.

Es ist ganz normal, dass der Kontakt zu anderen Menschen auch neue Seiten deiner Persönlichkeit hervorbringen. Jede Beziehung oder Freundschaft prägt einen auf irgendeine Weise. People Pleaser hingegen sabotieren sich selbst und damit auch ihre Ziele, Wünsche und Pläne. Studien zeigen, dass People Pleaser in selbstzerstörerisches Verhalten verfallen, sobald sie denken, andere würden sich dadurch wohler in ihrer Gegenwart fühlen. Das bedeutet oft, dass sie sich selbst und ihre Erfolge vor anderen herabwerten. Sie stehen nicht zu ihren eigenen Überzeugungen oder werfen sie anstandslos über Board, falls sie andernfalls anecken würden. Sie ändern ihre Meinung regelmäßig, richten sich unentwegt danach, was andere über sie denken (könnten) und stehen nicht zu sich selbst – Hauptsache die Anerkennung der anderen wächst. Sie richten ihr gesamtes Leben nach anderen aus. Das kann auch bedeuten, dass sie sich so kleiden, essen oder verhalten, wie es von ihnen verlangt wird.

9. Du brauchst jede Menge Bestätigung, um dich gut zu fühlen.

Wer sich nicht selbst liebt, braucht die Bestätigung anderer – und zwar dauerhaft. Als People Pleaser bist du abhängig von den Komplimenten und Urteilen anderer, weil du dich – wenn sie ausbleiben – schnell wertlos und ungeliebt fühlst. Deshalb kämpfst du immer härter um positive Bestätigung, egal, ob das Selbstaufgabe bedeutet.

10. Du tust alles dafür, um Konflikte zu vermeiden.

Es ist eine Sache, wenn man ungern Konflikte austrägt oder bemüht ist, Streit zu vermeiden. Aber es ist etwas anderes, wenn du – komme, was wolle – jeder Konfrontation bewusst aus dem Weg gehst. Das endet automatisch darin, dass du all das, was dir wichtig ist und woran du glaubst, irgendwann aufgibst. People Pleaser können sich sehr leicht in andere hineinversetzen und sehen auch dann noch deren „gute Absichten“ oder „gute Seele“, selbst wenn sie in Wirklichkeit von ihnen schlecht behandelt werden. Irgendwann führt das zu einem dauerhaften Gefühl von innerer Unruhe, weil sie sich als People Pleaser so sehr bemühen, aufkommende negative Gefühle zu unterdrücken – der Harmonie wegen.

– – –

Dein Mindset für Glück und Erfolg

Jeder kleine Schritt, bei dem du für dich selbst einstehst, ist auch ein kleiner Sieg. Wenn du also das nächste Mal um einen weiteren Gefallen gebeten wirst, solltest du kurz innehalten und darüber nachdenken, um was genau die Person dich bittet, bevor du vorschnell Ja sagst. Stell‘ dir in dieser Situation folgende drei Fragen:

  • Möchte ich das tun?
  • Habe ich überhaupt Zeit dafür?
  • Stoße ich bei diesem Gefallen an meine beruflichen/persönlichen/emotionalen Grenzen?

Das ist schon mal ein guter Anfang. Und danach kannst du dann handeln:
· Das oberste Gebot lautet: Du hast die Wahl. Es ist deine Entscheidung.
· Achte auf dich und deine Bedürfnisse. Was brauchst du? Kannst du deine Bedürfnisse benennen? Oder hast du bereits aus den Augen verloren, wer du bist und was dir wichtig ist? Wenn ja, dann bestimme zunächst deine Prioritäten und deine persönlichen Grundwerte, nach denen du strebst.
· Fang mit kleinen Übungen an: z.B. indem du zu einer simplen Sache deine Meinung äußerst oder zu einer weiteren Bitte mal Nein sagst.
· Suche dir die Menschen, um die du kümmerst, sorgfältig aus.
· Lege fest, wer zu deinem inneren Zirkel gehört und wer deine Liebe & Hilfsbereitschaft verdient hat.

Manchmal fühlen wir uns so unwohl in Gegenwart von negativ eingestellten Menschen, dass wir sie am liebsten komplett meiden würden. Aber anstatt uns davon loszureißen, versuchen wir sie „zu retten“, ihre Situation zu verbessern oder einfach nur den Frieden aufrecht zu erhalten. Egal, wie sehr du dich anstrengend wirst, die Unzufriedenheit, die negative Ausstrahlung, die Traurigkeit und das ständige Gemecker wird nicht aufhören, solange die Person nicht ernsthaft etwas verändern will. Also musst du lernen, diese Negativität zu akzeptieren und mit solchen so Situationen umzugehen, das sie dir selbst nicht schaden. Denn man kann sie nicht wegdenken oder wegreden und noch weniger kann man andere Menschen verändern.

Also zurück zu dir. Das mag Neuland für dich sein, aber stell dir vor, du würdest all das tun, was dir gut tut?
· Ohne dich schuldig zu fühlen.
· Ohne dich ständig um andere zu sorgen.
· Ohne das Gefühl zu haben, nicht genug für andere zu tun.
· Ohne zu fürchten, was andere über dich denken.
· Ohne dein Leben nach den Bedürfnissen der anderen auszurichten.
· Ohne …

Wäre das nicht großartig… und befreiend? Kümmere dich zuerst gut um dich. Sobald du es schaffst, dir selbst mehr Wert und Respekt beizumessen, wirst du einen Weg finden, wie du beidem gerecht werden kannst: anderen und dir selbst.

tellyventure

Ich bin tellyventure, dein inspirierender Wohlfühlblog mit Herz und Verstand. Ich schreibe über Mindfulness, Lebensfreude, Abenteuer und Selbstentfaltung – also über die schönen und wirklich wichtigen Dinge im Leben.

You might also like

2 Comments

  • Myriam
    10. Februar 2018 at 18:38

    Großartiger Artikel! Einmal, weil ich mich immer wieder dabei erwische, zu pleasing zu sein und zum anderen, weil die Protagonistin in meinem zweiten Buch genau dieses Problem haben soll (für mich gibt’s nichts besseres, als via Hauptfigur an meinen eigenen Problemen zu arbeiten ;). Insofern habe ich mich gleich doppelt über deine kluge Analyse gefreut! Vielen Dank dafür 🙂

  • tellyventure
    tellyventure
    28. Februar 2018 at 17:02

    Vielen lieben Dank für dein positives Feedback, liebe Myriam. 🙂 Ich hab mich sehr über deine Worte gefreut! Liebste Grüße an dich!

ABOUT

tellyventure

tellyventure

NEWSLETTER

Gönn' dir eine regelmäßige Portion "Lebensfreude to go" – mit dem tellyventure-Newsletter! Sei immer up-to-date und lies' die neuesten Beiträge als Erster. Jetzt anmelden!

KONTAKT

Hamburg, Germany