Wie Du wirst, wer Du bist: Ein Interview zum Thema „Selbstliebe“.

Vor einiger Zeit habe ich den beiden Mädels Carolin und Steffi von Soulrebel in einem Interview acht spannende Fragen zum Thema Selbstliebe gestellt und möchte ihre Antworten heute mit euch teilen:

1. Wie definiert ihr „Selbstliebe“?

Selbstliebe ist für uns die Fähigkeit, sich selbst liebevoll annehmen zu können, auch und gerade dann, wenn man nicht so ist, wie man sich das eigentlich gerade wünscht. Und es bedeutet auch, sich selbst eine gute Freundin zu sein und sich selbst gut zu versorgen und Dinge zu tun, die einem gut tun und Dinge zu lassen, die dafür sorgen, dass man sich schlecht fühlt.

2. Warum fällt es uns so schwer, uns selbst anzunehmen und zu lieben?

Weil unsere Köpfe meist voll mit negativen Glaubenssätzen über uns selbst sind. Sie kommen häufig aus der Kindheit und wollen erkannt und integriert werden. Es gibt außerdem so gut wie keine Selbstliebe-Kultur, sie wird nicht gelehrt oder gelernt. Das macht die Sache schwierig.

3. Glaubt ihr, dass wir Selbstliebe erlernen können? Und wenn ja, wie?

Ja, man kann Selbstliebe erlernen. Im ersten Schritt macht eine möglichst wertungsfreie Bestandsaufnahme Sinn: Wie ist es um die Beziehung zu mir selbst bestellt? Bin ich gut zu mir oder in manchen Momenten und Situationen hart und ungerecht? Wie gestalte ich mein Leben: so, dass ich Freude daran habe oder dass ich mich gequält fühle? Was denke ich WIRKLICH über mich selbst?

Im zweiten Schritt stellt man sich die Frage: Wie geht es mir damit, was ich gerade herausgefunden habe? Wenn es Leidensdruck, Unzufriedenheit und Frust gibt, dann kann man die bewusste Entscheidung treffen, dass man etwas ändert. Dafür ist es wiederum notwendig anzuerkennen, dass man GestalterIn und nicht Opfer der Umstände ist. Die Opfer-Haltung begrenzt und macht Veränderung unmöglich.

Im dritten Schritt fragt man sich: Wie möchte ich Selbstliebe für mich persönlich definieren? Woran erkenne ich KONKRET, dass ich mich selbst mehr wertschätze und respektiere? Das schriftlich notieren. Es kann zum Beispiel sein “dass ich mich gesünder ernähre”, “dass ich mich von FreundInnen verabschiede, dir mir nicht gut tun” etc. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt und es ist wichtig in der Hinsicht, seine eigenen Regeln aufzustellen, damit man nicht von fremden Konzepten verschluckt wird, die für einen selbst gar nicht richtig funktionieren.

Im vierten Schritt geht es dann an die Umsetzung, also die Dinge auch wirklich zu TUN, anstatt sie nur im Kopf hin und her zu wälzen. Erkenntnis ist ein wichtiger Schritt, aber Veränderung wird real, wenn wir anders HANDELN. Das ist dann auch der Punkt, an dem wir mit unseren Ängsten in Kontakt kommen. Hier wird es spannend. In der Folge von anders handeln, FÜHLEN wir uns dann auch anders, zum Beispiel, von uns selbst mehr geliebt und geachtet. Wenn man das in sein Leben integriert und sich von der Haltung inspirieren lässt Ich gehe Stück für Stück für mich selbst los und bin gut zu mir, lernt man sich selbst zu lieben.

4. Was sind eure 3 Geheimtipps für ein starkes, unerschütterliches Selbstwertgefühl?

1. Lerne dich selbst kennen
2. Lerne dich selbst wertzuschätzen
3. Lerne dir selbst zu vertrauen

5. Wie kann ich Frieden mit mir selbst schließen?

Indem ich anerkenne, dass ich ein Mensch bin. Ich habe Fehler und ich habe Stärken, Sorgen, Ängste, Nöte, Hoffnungen, Träume. Ich kann mich verändern, aber für den Moment gilt es anzuerkennen, dass ich Mensch bin und aufhören kann, gegen mich – und andere – zu kämpfen. Wir sitzen alle im gleichen Boot.

6. Wie kann ich auch in Krisen meine Selbstliebe bewahren?

Führe dir vor Augen, dass Du in einer Krise steckst, ohne Drama oder lamentieren. Jede Krise geht vorbei und sie sind dafür da, uns auf Dinge aufmerksam zu machen, die gerade nicht stimmig sind. Krisen bringen die Chance für Wachstum, wenn wir mit einer konstruktiven Haltung an sie ran gehen. Das alleine ist schon ein großer Akt der Selbstliebe.

7. Was denkt ihr über die #Bodypositivity-Bewegung in den sozialen Netzwerken?

Puh, ein großes Thema. Einerseits wichtig und wir fühlen uns ehrlich davon unterstützt, dass Frauen selbstbewusst ihre schönen Körper in all ihrer Vielfalt auf Instagram und Co. zeigen. Das ermöglicht einen anderen, milderen Blick auf die eigene Cellulite und lässt uns mutiger und positiver werden, wenn wir an unsere eigenen Körper denken. Dafür sind wir diesen Frauen wirklich dankbar. Auf der anderen Seite sehen wir die Bewegung auch kritisch: Ob kurvig oder dünn, am Ende lebt die Bewegung von Bildern von (sehr häufig) nackten oder spärlich bekleideten Frauenkörpern. Diese Bilder der Körper sind zwar vielfältiger geworden, aber Frauen werden dadurch weiterhin auf ihr Aussehen reduziert bzw. reduzieren sich selbst auf ihr Aussehen. Das ist problematisch, einseitig und mehr vom Gleichen als wirklich etwas Neues. Wenn ich denke “Meine Cellulite ist ok”, ist das gut und ändert den Blick auf mich selbst. Ein erstrebenswerteres Ziel wäre allerdings, dass Frau/Mensch sich gar nicht erst so einen Kopf über Äußerlichkeiten macht. Darum wird es in Steffis neuer Wohnung keinen Ganzkörperspiegel mehr geben. Die Frage, wie sieht mein Körper in diesem Outfit aus, wird damit hinfällig. Weniger Bilder – weniger Gedankenkarussell.

8. Eine viel diskutierte Frage, die in letzter Zeit immer wieder aufkommt: Sind wir alles Egoisten?

Womöglich sind wir kollektiv schon sehr auf uns selbst bezogen und arbeiten an UNS, entwickeln UNS weiter, leben UNSERE Berufung etc. Selbstbezogenheit ist ein Luxus und auch wichtig, denn sie bringt nötige Veränderungen hervor. Aber wir sollten auch die Bedürfnisse von anderen – FreundInnen, Familie, Gesellschaft etc. – im Auge behalten und uns auch mal fragen: “Wie geht es eigentlich XY?” Wie in allen Bereichen machts auch hier die Mischung und Balance.

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Soulrebel triffst du hier: www.soulrebelcoaching.de

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Ich bin tellyventure, dein inspirierender Wohlfühlblog mit Herz und Verstand. Hier schreibe ich über Themen wie Mindfulness, Lebensfreude, Abenteuer und Selbstentfaltung – also alles rund um ein glückliches und bewusstes Leben.

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