Gastbeitrag | Von wilden Affen, Fernweh und dem größten Abenteuer deines Lebens.

Mein heutiger Blogpost trägt die Überschrift „Lebensprojekt: Tierschutz“ und handelt von einem Herzensprojekt, das diese Welt soviel besser macht: Michi von affis.adventures hat eine wunderbare Mission, von der sie uns heute erzählen wird.

Lebensprojekt: Tierschutz ♥

Ich bin Michi, 21 Jahre jung und dies ist meine Geschichte. Mit 18 Jahren bin ich von meinem Weg abgekommen, habe mich irgendwo im nirgendwo verloren und alles vergessen, was mir einst wichtig war.
Kurz, nachdem ich mein Abitur sehr gut abgeschlossen hatte, war es so weit: Ich war erwachsen, sollte nun ernst werden, die Weichen für mein Leben stellen und einen festen Plan für die nächsten fünfzig Jahre an die Wand malen. – Eigentlich war alles klar: Ich würde meinen Leben so leben, dass ich studiere, einen gut bezahlten Job habe, eines Tages flexibel für die Kinderplanung bin und zwischen all den anderen grauen Häusern meinen Wohnsitz baue. – Viele Menschen meines Umfeldes nickten, bejahten diesen Weg, den ich selbst mit ihrer Feder gezeichnet hatte. So stand ich vor einer Wand, auf die mein gesamtes Leben passte. Voraussehbar, trist und sicher.
Im Mai, zwei Monate nach meinem Abitur, konnte ich nicht mehr schlafen. Die ganze Nacht lag ich im Bett, starrte an die Decke und dachte an meine Kindheit, an mein Leben, an meine Träume. Ich lächelte, wenn ich mich daran erinnerte, wie fasziniert ich als kleines Mädchen von Tieren war, und träumte mich in die Rolle von Steve Irwin. Am Tag darauf hatte ich die Klänge meines Herzens wieder vergessen. Doch in den Nächten, schlaflosen Nächten, starrte ich an die Wand und wünschte ich hätte ein anderes Bild gemalt. Ich bereute es mich nicht getraut zu haben mehr Farben zu verwenden, mal über den Rand zu kritzeln und ganz abstrakt einfach irgendwas unperfektes, buntes zu zaubern.
Bis dato war ich sowieso nicht der mutigste oder glücklichste Mensch. Ich war ängstlich, unsicher, traurig und angekettet. Alles, was ich wollte, war, dass niemand an meiner gesellschaftlichen Leine zieht, mich tadelt oder tuschelt. Ich hatte Angst vor einem Leben, welches nicht bis ins letzte Detail geplant war und vor Dingen, die mir passieren könnten, davor gesehen zu werden. Ich wollte eine perfekte Drohne werden, das Grau der Gesellschaft annehmen, weil es das war, was ich gelernt hatte. Es war sicher.
Ich lebte ein Leben mit angezogener Handbremse.



Aber es ist beschwerlich voranzukommen, wenn man sich selbst ausbremst und so wurde ich immer unglücklicher, bedauerte das Leben, bevor es richtig angefangen hatte, und lag einsam im Bett. Das innere Gefühl von Leere, die schlaflosen Nächte und die Trauer zwangen mich förmlich dazu, nur für eine Sekunde, meinem Herz zuhören. – Und ich tat es.
Ab da wurde es nicht leichter, sondern schwerer. Menschen mich verstanden nicht, waren enttäuscht, wandten sich ab und verließen mich. Das Geld, welches ich für ein Auto gespart hatte, für ein Abenteuer auf den Kopf hauen? Wie soll ich das meinen Eltern, meinem Umfeld und den Menschen, die meine Leine in der Hand hatten, erklären?
GAR NICHT!
Ich schnitt die Leine durch, übermalte das Bild, um die Wand danach zu sprengen und machte mich auf in ein Abenteuer.
Dieses Abenteuer hat mich für immer verändert.
In Afrika lernte ich mehr über mich, als in der gesamten Schulzeit, lebte das Leben, fand mein Glück und malte ein neues Bild an eine unendlich große Wand.
Das Bild ist übrigens noch nicht fertig, aber mit jedem Tag kommt ein kleines Detail dazu.
Fertig ist es am Tag meines Todes und darauf bin ich stolz,
denn so bleibe ich nie stehen, entwickle mich immer weiter und lebe das mir bestmögliche, bunte und beeindruckende Leben.
Ein Leben zwischen Deutschland und Afrika, Studium und Nachtschichten, Affen und Spinnen.
Es ist schwer, wundervoll, anstrengend, leicht, nervenaufreibend, energiegeladen, bringt mich zum Lachen, zum Weinen und an den Rand des Wahnsinns, nur um zu merken, dass meine Welt noch viel größer ist, als erwartet.



Das ist er: Mein Weg zu den Affen. Seither war ich mehrfach in Afrika, habe mich für ein eher ungewöhnliches Studium entschieden, einen Blog eröffnet und gelernt ganz stolz und selbstbewusst zu sagen:
Ich bin eine Affenlady. Mein Leben chaotisch, schmutzig und alles andere als perfekt, aber was soll’s: Ich bin glücklich, stehe auf eigenen Beinen und habe eigene Träume und das können heute noch die Wenigsten von sich behaupten.

Ist also doch nicht so schlimm mal vom Weg abzukommen, oder?

„Aber hast Du jetzt keinen Plan für dein Leben?“ Ich denke, wenn viele das fragen, denken sie, dass ich den ganzen Tag nur auf den nächsten Flug nach Afrika warte und nichts mehr verfolge. Aber um die Frage zu beantworten: Nein, ich habe keinen Plan. Ich habe ein Ziel. Das Ziel mit affis.adventures etwas zu erreichen, Menschen zu bewegen und kleine Dinge zu verändern. Ich möchte zu mehr Achtsamkeit aufrufen. Nicht nur für Tiere und Umwelt, sondern auch für sich selbst! Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie krank es machen kann, wenn man sich von den Medien manipulieren und beeinflussen lässt, statt einfach seinem Herzen zu folgen. Der ganze Staub, das ganze Grau, macht krank, weil wir vergessen, dass wir eigentlich in die Natur, ins frische Grün, gehören. – Außerdem möchte ich im kommenden Jahr mein erstes Buch veröffentlichen, ein Produkt entwerfen, welches ganz im Zeichen von meinen Affen steht und mit jedem Verkauf spenden sammeln. Das war’s? Nein, noch lange nicht. Ich plane im Februar nach Afrika zu fliegen und den Sommer mit dem Kanu in schwedischen Wäldern zu verbringen. Nebenbei hoffe ich, dass ich das bestmögliche aus meinem Studium holen zu können und verbringe den Rest der Freizeit auf der Arbeit. Einen Goldesel habe ich nämlich noch nicht! 😉



Einfach ist mein Leben immer noch nicht. Ich fahre einen Weg gut zwei Stunden zur Universität, weil ich mir keine Wohnung in der Stadt leisten kann. Ich muss schuften, um mir meine Reisen finanzieren zu können und stecke das bisschen Freizeit, was mit bleibt in meinen Blog und meine Bücher!
Ja, mir stehen scheinbar viele Hindernisse im Weg, aber das wird nie wieder ein Grund sein mit angezogener Handbremse zu fahren. Ganz im Gegenteil: Ich gebe Vollgas!

 

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Deine tellyventure ♡

tellyventure

Ich bin tellyventure, ein inspirierender Lifestyle-Blog mit Herz und Verstand. Ich schreibe über wilde Abenteuer, täglich praktizierte Achtsamkeit, eine positive Lebensgestaltung, den Zeitgeist unserer Generation und interessante Menschen – also über die schönen und wirklich wichtigen Dinge im Leben.

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